Oder, heulen is nicht.

Man braucht nur mal auf willhaben.at/de etc…schauen und schon findet man zig Seelenpferde, die einen neuen Platz suchen. Schad‘, dass es die Edith Klinger nicht mehr gibt, das wäre eine neue Nische für die gewesen.

Wer kennt noch die Sendung: “ Wer will mich?“ 

Also das Internet wimmelt nur so vor kaufbaren Seelenpferden. Sind selbstverständlich alle herzensgut, alle außerordentlich wohl erzogen und waren noch nie krank. Genau. Deshalb müssen die auch weg. Aus Gründen. Also ja, natürlich passiert es dass man plötzlich in der Situation ist, dass man sich das Pferd auf einmal nicht mehr leisten kann, oder man selbst wird schwer krank, kann alles passieren. Da sich aber fast jede zweite Anzeige so liest, bezweifle ich das ein wenig. Ob wirklich alle ihr Herzenspferd hergeben müssen?

Solche Anzeigen beginnen dann üblicherweise so: „Schweren Herzens, mimimi“ oder so: “ Mit Tränen in den Augen…blablabla“ Und mittendrin stehen dann oft ganz lustige Sachen. So Auflagen für den potenziellen neuen Besitzer.

À la:  Pferd darf nur Barhuf, oder Pferd darf nur in Offenstall leben, Pferd muss in jetzigem Stall stehen bleiben…Pferd trägt nur Glitzerflitzer, Babyblau

Na Mahlzeit, das macht’s dann wirklich attraktiv genau dieses Pferd zu kaufen. Da kaufst dann den ehemaligen Besitzer gleich mit dazu.

Im Vertrag wird’s ja dann nämlich nicht besser. Da werden dann auch oft Vereinbarungen getroffen, wo du dir ans Hirn greifst. Vereinbarungen, die in Wahrheit ja auch nicht durchsetzbar sind. 

So, und dann, Monate oder Jahre später, wenn das Seelenpferd einen neuen Besitzer hat, dann wird mimimi gemacht und gesucht. Wo ist das Seelenpferd denn bloß hin. Und gehetzt wird auch gleich, am liebsten über den neuen Besitzer, der jetzt so überhaupt gar nicht daran denkt, Fotos vom Seelenpferd zu schicken. Oder den alten Besitzer einmal pro Woche reiten zu lassen. Is ja jetzt sein Seelenpferd. Und ich frag mich dann wieder, wie kommt’s? 

Woran liegt es, dass zig Freizeitwendy’s ihre sogenannten Herzenspferde abgeben und dann anfangen zu weinen wenns weg ist?! 

Meine Meinung: Verkauft, ist verkauft. Ja, ich freue mich sehr, wenn ich vom neuen Besitzer einmal Fotos geschickt bekomme oder eingeladen werde, das ehemalige Pferd zu besuchen. Aber nein, ich muss nicht jedes Monat, jede Woche auf der Matte stehen und jede noch so kleine Veränderung kommentieren. Und nein, der neue Besitzer ist nicht dazu verpflichtet, Ei ei zu machen nur weil ich  das Pferd verkauft habe. 

Klar versteh ich es, wenn man wissen will, was aus seinem ehemaligen Pferd/Reitbeteiligung/Schulpferd so geworden ist. Meist passiert das ja aus einer kurzfristigen Emotion, wo einem dann einfällt:“ Hey es wäre ja nett, wenn“….Aber wo ich kein Verständnis für habe, ist wenn Jahre später eine Suchaktion gestartet wird, das einem Hören und Sehen vergeht. Und dann ist es ja oft so, dass nicht einfach nur das Pferd gesucht wird, das einem vielleicht eh noch nie gehört hat. Meist kommen die dann daher mit, Pferd wurde unerlaubterweise weiterverkauft oder todkrankes Pferd wird als Reitpferd missbraucht etc.pp. Kennt man jetzt eh schon alles aus diversen Pferdegruppen. 

Also, mich hat’s zum Glück bisher so nicht betroffen, obwohl ich mein erstes Pferd auch von einer Privatperson gekauft habe. Aber da war der Austausch auf einer sehr freundschaftlichen und sehr unaufdringlichen Art. Und das Schimmeltier wurde direkt vom Züchter gekauft, der sich zwar auch über ein Foto mal gefreut hat, aber sonst recht ruhig war. 

Heutzutage würd ich auch eher wieder beim Händler oder beim Züchter kaufen, weil’s einfach unkomplizierter ist. Da sind die Verträge klar, und man muss keine Angst haben, dass auf einmal jemand vor der Tür steht und glaubt Mitspracherecht zu besitzen. 

Wie seht ihr das Thema? Da kann man sich auch so ein bisserl die Köpfe einschlagen. Die einen meinen so, die anderen so….Und dann knallt es. Im Internet. Fratzenbuch und so….