Über den Arabär und seine Macken

Das letzte Mal bekamen die Blondinen ihr Fett weg- heute kümmern wir uns gleich mal um den Arabär (don’t worry- ich weiß dass das keine Bären sind).

Mythen und Geschichten, Legenden und Sagen ranken sich um diese zierlichen Geschöpfe. Wie kann man dieser Pferderasse nur gerecht werden? Na gar nicht natürlich. Zumindest geben einem die Diven unter den Pferden gerne das Gefühl 🙂

Bei meiner Recherche über  den Araber, stieß ich auf tausende und abertausende Seiten von Araberzüchtern, Vereinen und Foren….Anscheinend haben die Araberzüchter und -halter und -reiter viel Zeit zum Schreiben, wenn sie schon nicht wie andere vernünftig auf ihren Rassen reiten oder auf Turnier gehen können. Blöd!
Aber – diese Rasse gibt es schon eine ganze Weile: “400 n Chr Arabische Pferde werden zum ersten Mal in der Literatur erwähnt. Sie wurden als schnell, dünnleibig, ausdauernd und unansehnlich beschrieben.”
Da kannste mal sehen! Damals durfte man wenigstens noch ehrlich sein!

Doch woher stammt diese Rasse, die dem Land in dem sie lebte ihren Namen gab? Die Quellen sind eindeutig:
Über seine Entstehung erzählt man sich: Gott nahm eine Hand voll Südwind und formte daraus das Pferd.”
Na, das ham wir ja gewußt: Der Arabär besteht im Grund aus nix anderes als ner Menge heißer Luft.

Doch der Prophet ging mit seinem Segen noch weiter: “…Dein Name sei arabisch, das Gute sei gebunden an deinen Stirnenschopf, die Beute an deinen Rücken; dir sei gegeben den Unterhalt des Lebens zu erweitern…”
Jetzt! Der Schlüssel zum Verständnis zur Beziehung Pferd-Mensch: Die Besitzverhältnisse. Der Mensch ist die Beute des Pferdes. Nix andersherum. Wer glaubt, sich einen Arabär ausgesucht zu haben – täuscht sich gewaltig! Der Arabär sucht sich den Menschen. Diesen behandelt er dann auch manierlich, will er seinen Menschen doch gerne behalten. Wobei- besitzen trifft es eher! Der Arabär wacht eifersüchtig über seinen Menschen, teilen is nicht!

Und so schreibt der Prophet weiter: “… ich habe dich begünstigt vor anderen Lasttieren; ich habe dir die Kraft zum Fliegen verliehen ohne Flügel sei es im Angriff, sei es im Rückzug…”
Hmm. War das ein Segen? Angst verleiht Flügel und Red Bull auch. Aber dem  Araberreiter – einen Flug ohne Flügel. Aber beim Segen des Propheten ging es ja nicht um den Reiter.

Gut, werden manche sagen. Das war früher. Dazwischen liegt ja nun  züchterische Überarbeitung. Zum europatauglichem Reitpferd. Und – wie sieht das jetzt aus?

Lesen wir nach:
“Das Exterieur des arabischen Pferdes bietet die denkbar beste Voraussetzung für die einzelnen Reitdisziplinen, und dank des grundehrlichen Charakters und der hohen Intelligenz zeigt es ein Höchstmaß an Rittigkeit und Leistungsvermögen. Es gibt kein besseres Familienreitpferd, erst recht wenn man mit dem arabischen Pferd umzugehen weiß…”
Alle, denen nun extragroße Fragezeichen vor Augen schweben, ob wir von derselben Pferderasse reden (oder sich fragen, ob der Autor überhaupt mal einen vernünftigen Dressurkracher unterm Hintern hatte). Schauen wir uns das nun einmal genauer an: 
Das Exterieur . Das bitte was? Diese unproportionale Aufhängung von Muskeln im Kate-Moss-Stil auf Storchenbeinen? Diese gefärbten Heu-Bauch-Esel mit kupierten Ohren die man immer auf den Koppeln herumstehen sieht und lt. Zuchtpapiere “edler Abstammung sind”, mit denen ihre Besitzer verzweifelt wedeln um den ersten Eindruck der Erbärmlichkeit zu mildern? Nun, auch dafür gibt es eine Erklärung:

Zudem sind ja Araber gebildet. Ein-gebildet. Haben Wahrnehmungsstörungen bzgl. ihres Äußeren. Gucken deswegen immer so schnaubend stolz – und der Betrachter fragt sich: Auf was eigentlich!?

Auf den grundehrliche Charakter? Nein, ein Arabär kann nicht lügen. Seine ganze Ausstrahlung, Mimik – drücken eigentlich immer prompt seinen Gemütszustand aus. Meist nervös. Schwindeln – is nich. Irgendwie die Frechheit verstecken hinter einem Wuschelschopf wie Klein- oder Großtonnen – hinter den dünnen Zauseln : Is nich. Einen auf cool machen – als hyperaktiv zuckendes Marionettentier – is nich.

Und zudem noch ein integrierter Stimmungsanzeiger – Der Schweif:

Unten= Schlaf, Arbeitsunwille, Tod
Peitschend rechts-links = unter Dressurreiter oder andere Parasiten
Oben aufgestellt = grüne Ampel für Full-Stuff, also eigentlich immer
Übergekippt auf den Rücken wie beim Chow-Chow = nicht-reitbare Phase

Das mit der Intelligenz. Richtig. Haben einige seiner Nachfahren nicht viel von abbekommen. Arabären können nämlich richtig rechnen. Die zählen eins und eins zusammen. Deswegen sind in diesen Ländern auch eiserne Vorderfußfesseln beim Grasenl assen noch erlaubt: Weil der Arabär weiß, dass er ein Bein und noch ein Bein zusammen – bewegen muss, um nicht auf die Schnauze zu fallen. Fähigkeit zum Hoppeln wäre ein guter Selektionsfaktor. Darf man aber nicht. Heute heißt Tierschutz die Garantie zum Vermehren von lebensblöden Pferden.

Das Familienpferd. Ganz klar und ganz einfach: Auf die Koppel stellen – und die Zeit besser der Familie widmen.
Die Rittigkeit. Gell, jetzt lehnt ihr euch zurück und wartet auf eine Verteidigung wie in einem aussichtlosen Strafprozess. Definition – Ansichtssache. Also – nehmen wir die Einschränkung: “…wenn man mit dem arabischen Pferd umzugehen weiß…” Und schneiden im Rittigkeitsvergleich mit anderen Reittieren durchaus überdurschnittlich ab. Jawoll! Im Vergleich zum Beispiel mit Eseln, Kamelen und Lamas….

Und den Charakter. Araber kommen manchmal ganz schwer aus der Pubertät. Bleiben dann zickig, ewige Revoluzzer, ständiges Widersprechen. Machen sich im Schlamm schmutzig mit Punkfrisuren, flotten Hufen und Stimmungsschwankungen.

Ein Arabär will geschmeichelt sein. Und er versteht ein  Kompliment in jeder Sprache! Ein Spruch sagt: “Wenn zwei Menschen zusammenstehen – stellt sich der Arabär hinzu!”. Mag Romantik. Durfte früher bei Wüstenstürmen auch mit ins Zelt. Durfte deswegen net so groß werden.

Und er ist Pazifist. Lehnt Gewalt im reiterlichen Einsatz ab. Notfalls mit Gegengewalt.

 

Na, wer von euch ist Arabär-Zähmer, Reiter, Fan? Ihr könnt gerne eure Geschichten mit mir teilen 🙂