Diva vs. Macho und Macho light- der Unterschied der Geschlechter

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Diva vs. Macho und Macho light- der Unterschied der Geschlechter

Der Unterschied der Geschlechter, dazu ein altes Sprichwort welches besagt: “ Der Reiter bittet die Stute, befiehlt dem Wallach und konsultiert den Hengst

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern spürt man als Reiter nur allzu oft im Umgang oder in der täglichen Arbeit. Ganz offensichtlich zeigt sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei artgerecht gehaltenen Pferden. Du brauchst nur mal an einem Stutenstall vorbeigehen- empörtes Gequietsche wird dich empfangen, anders beim Hengst, durchdringendes Wiehern schallt dir entgegen.

Pferdekenner erkennen schon an der Nasenspitze des Pferdes welchem Geschlecht es angehört. Vor allem bei Zuchtpferden wird  auf den Geschlechtstyp geachtet.

  • Typisch Frau oder doch nicht?

Stuten gelten im Allgemeinen als zickig (ganz anders als wir Frauen ;)) und fürsorglich zugleich. Vor allem im Umgang und in der Verhaltensweise kommt es zyklusbedingt zu Schwankungen. In der Phase der Rosse halten manche Stuten aktiv Ausschau nach einem Partner und wirken dadurch schnell einmal abgelenkt und unkonzentriert. Dieses Verhalten legt sich meist wenn die Rosse vorbei ist.

Vom Körperbau her wirkt die Stute dem männlichen Geschlecht gegenüber eher rumpfig. Bei einer Zuchtstute sind die wichtigsten Körpermerkmale jene, die eine gute Versorgung des Fohlens gewährleisten. Dazu gehören ein relativ großer Brustumfang und eine runde Bauchlinie. Diese soll dem Fohlen genügend Platz bieten. Stuten haben zudem auch einen eher fürsorglichen Gesichtsausdruck. Bei Stuten ist auch das soziale Verhalten unter Geschlechtsgenossinnen deutlich ausgeprägter als bei Hengsten. Streitigkeiten unter Stuten werden anders ausgetragen als bei Hengsten und Wallachen. Sie stehen meistens quiekend Kruppe an Kruppe und drücken sich gegenseitig weg oder keilen aus. Da Stuten untereinander weniger „nett“ sind, kommt es oft zu vielen kleinen Auseinandersetzungen.

Übrigens: von Wegen schwaches Geschlecht- Stuten haben in der freien Wildbahn oftmals die Führungsrolle über. Außerhalb der Rosse halten sie den Hengst für gewöhnlich auf Distanz. Dies passiert mitunter sehr deutlich indem sie dem Hengst die Hinterhufe um die Ohren hauen. Feminismus also auch in der Tierwelt 😉

  • Der Hengst– ein typisches Mannsbild

Wie in dem Lied von Reinhard Fendrich schön beschrieben: Macho Macho, kannst net lernen- Macho Macho muss man sein- so ist der typische Hengst. Ausdrucksstärke, Selbstbewusstsein und eine starke Persönlichkeit zeichnen Hengste aus. Deswegen werden sie auch sehr gerne für die Dressur und vor allem für die hohe Schule eingesetzt. Die meisten Hengste verfügen über ein ausgesprochenes Temperament und lassen sich mehr oder weniger gut kontrollieren. Vor allem wenn Stuten in der Nähe sind, lassen sie sich gerne auch mal von ihren Aufgaben ablenken. Alleine der Geruch der Stute genügt um sie abzulenken.

Man könnte fast sagen dass Hengste permanent auf „Droge“ sind, männliche Geschlechtshormone sind daran schuld. Sie wirken anabol und fördern den Aufbau von Muskelmasse, unterstützen aggressives und dominantes Verhalten und steuern den Sexualtrieb. Einen Hengst erkennt man leicht an der auffallend ausgeprägten Halsung.

Obwohl Hengste schon deutlich erkennen lassen dass sie richtige „Männer“ sind, ist dies nicht mit Verhaltensauffälligkeiten gleichzusetzen. Hengste sind nicht per se eine Gefahr, weder für Artgenossen noch für den Menschen. Gefährlich können sie dann werden wenn sie falsch gehalten werden bzw. bei unsachgemäßen Umgang.

Werden Hengste artgerecht gehalten, sind Hengste sozial kompetent und werden dem Menschen gegenüber auch kein aggressives Verhalten an den Tag legen, da der Mensch für sie weder Konkurrent noch Sexualpartner darstellt. Einzig- in der täglichen Arbeit neigen Hengste dazu den Rang des Menschen regelmäßig in Frage zu stellen. Sie brauchen daher eine Bezugsperson die souverän im Umgang mit ihnen ist.

  • Hengst light- der Wallach- oder das dritte Geschlecht

Ein Wallach ist ein kastrierter Hengst, “ Hengst light“sozusagen. Durch die Kastration verlieren sie ihren Sexualtrieb. Je nach dem wann der Hengst kastriert wird (üblicherweise zwischen 2 und 4 Jahren) bleiben entsprechende „männliche“ Verhaltensweisen mehr oder weniger bestehen. Bei sehr spät gelegten (kastrierten) Hengsten ist es wahrscheinlicher dass sie alte Verhaltensweisen bzw. Körpermerkmale behalten. In der alltäglichen Arbeit und im Umgang sind Wallache einfacher in der Handhabung und werden daher auch sehr gerne im Freizeitsport eingesetzt. Da sie generell als friedfertig gelten ist es auch einfach sie in Herden zu integrieren. Man kann sie auch zum Beispiel in einer Stutenherde unterbringen.

 

By |2016-06-15T14:32:59+02:00April 18th, 2016|Reiten|0 Comments

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