Heute beleuchten wir einmal das Springreiten.

Für alle die ihren Humor heute vergessen haben – bitte weiter clicken…Wie man ja mittlerweile weiß, neige ich ab und an dazu, Themen eher satirisch, bzw. ironisch anzureißen. Dazu gehört auch das Durch-den Kakao ziehen mancher Gruppierungen. Ich nehme mich da übrigens nicht aus….Derzeit, pferdelos gehöre ich nirgendwohin. Auch doof.

Der Springreiter

Den Springreiter erkennt man in Ställen eigentlich relativ einfach, vor allem an der extrem entspannten Grundhaltung. Rücken ein bisschen gekrümmt, geht ein wenig breitbeinig, Armbewegung- Tendenz ausufernd. Sieht auch am Pferd recht entspannt aus. Ist im Allgemeinen ein eher angenehmer Zeitgenosse, gerne auch mal mit Zigarette im Mundwinkel hängend.

Ihm wird ja auch eine große Geselligkeit nachgesagt, ist er doch mit Vorliebe auf Reiterpartys vorzufinden, welche nach den Turnieren stattfinden. Dort verbringt er dann die Zeit hauptsächlich mit Lästern über andere Springreiter, Vertreter anderer Reitweisen, oder die Welt an sich. Allerdings behaupten sie stets, sie würden nicht lästern, sondern lediglich etwas feststellen.

Was sie feststellen? –Richtig, das allein Springreiten etwas taugt.

Weibliche Springreiter (Amazonen, ja die nennt man wirklich so), fallen optisch jetzt nicht unbedingt in das Klischee und können oft nicht genau zugeordnet werden. Muss ja nicht….

Das Ziel eines jeden Springreiters ist es, mit seinem Kracherpferd (welches ja jeder hat, oder glaubt zu haben) eine vorab definierte Zahl von Hindernissen  ohne Abwurf und spontanen Bremsungen zu überspringen. Manchmal so schnell wie möglich, manchmal so schön wie möglich. Letzteres nennt sich Stilspringen. Dafür werden dann sogar die Springpferde meist genauso hübsch gemacht wie ihre Lampenaustretenden Kameraden.

In den unteren Klassen sind eine Mehrzahl der Springreiter weiblich, in den höheren Klassen verschiebt sich das Verhältnis in Richtung der männlichen Teilnehmer. Diese sind grundsätzlich Helden und ziehen eine Ganze Heerschar von Groupies an. Damit der Springreiter aber in den höheren Klassen mitreiten kann, braucht er entweder ein Pferd, das viel Sprungvermögen hat (aber nicht nur auf dem Papier), oder ein gutes Auge, das ihm ermöglicht, schon lange vorher zu sehen, an welchem Punkt vor dem Hindernis er sein Pferd durch ordentliches Drücken mit dem bespornten Fuß zum Abspringen bewegen wird. Pferde mit viel Vermögen ersetzen ein gutes Auge recht häufig, manchmal können die aber auch nichts mehr retten. In solchen Fällen scheppert es meistens ganz ordentlich.
Da vermögende Pferde oft um das Unvermögen ihres Piloten wissen, möchten sie dem Reiter gerne Arbeit abnehmen und selbst entscheiden, in welchem Tempo sie die gestellten Aufgaben meistern. Um das zu verhindern haben sich die Springreiter in den höheren Klassen einen ganz besonderen Wettkampf ausgedacht:

Sie wetteifern, wer am meisten Leder und Metall am Pferd unterbringt. Von diversen Trensen- und Kandarenkombinationen, Zügelvarianten, Hilfszügeln und Vordergeschirren bis hin zu Sattelgurten, Gamaschen und Hufglocken sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Besonders die verschiedenen Kopfstücke in Verbindung mit den Hilfszügeln ermöglichen dem Springreiter eine gewisse Restkontrolle über sein eigenwilliges Reittier.

Wenn die Kontrolle vom vermögenden Kracherpferd und das Zählen von Hindernissen gut funktionieren, stehen dem Springreiter die Türen offen für internationale Erfolgserlebnisse.