Augen auf beim Pferdekauf

//Augen auf beim Pferdekauf

Augen auf beim Pferdekauf

Oder wer nicht schaut zahlt drauf

Vor lauter Aufregung habe ich vergessen beim Kauf des ersten Pferdes auf einige wichtige Details zu achten. Zum Glück war die Pferdeverkäuferin eine liebe Person die mich nicht über den Tisch ziehen wollte und sich an alle Vereinbarungen zwischen uns gehalten hat.

Da man aber nicht immer soviel Glück haben kann gebe ich euch ein paar Tipps auf die Ihr beim Pferdekauf achten solltet:

1) Ankaufsuntersuchung

Du hast ein Pferd gefunden dass dein Herz höher schlagen lässt, es sieht gesund aus, ist großartig zu reiten und auch sonst stimmt alles? Liebe auf den ersten Blick sozusagen, absolut perfekt! Damit das so bleibt und du nicht bald von Wolke 7 auf dem Boden der Realität zurückgeholt wirst, solltest du eine Ankaufsuntersuchung machen.

Die Ankaufsuntersuchung (kurz AKU) kann von einem Tierarzt deiner Wahl durchgeführt werden, der dabei den Gesundheitszustand deines zukünftigen Pferdes checkt. Grundsätzlich beinhaltet jede Ankaufsuntersuchung mindestens eine klinische Untersuchung. Weitere Untersuchungen wie z.B. Röntgenuntersuchung, Laboruntersuchung, Endoskopie/Gastroskopie usw. müssen zusätzlich beauftragt werden und sind von der „kleinen Ankaufsuntersuchung“ nicht umfasst.

Eine Ankaufsuntersuchung sollte eigentlich bei jedem Pferdekauf gemacht werden, egal wie alt das Tier ist. Auf Aussagen von Verkäufern dass das Pferd noch nie krank war solltest du dich nicht verlassen. Und so hart es auch klingt, aber ein Pferd ist finanziell gesehen eine enorme Investition, vor allem dann wenn es gesundheitliche Mängel hat. Tierarztbesuche sind in der Regel leider nicht billig.

Ich habe damals bei meinem ersten Pferd auf Anraten der Verkäuferin eine Tierärztin hinzugezogen die das Pferd durchgecheckt hat. Das hat mir sehr geholfen, da ein paar kleinere Mängel festgestellt wurden, die sich zum Teil auf den Verkaufspreis niedergeschlagen haben. Unabhängig vom Verkaufspreis, ist es auch wichtig zu wissen ob das Pferd gesundheitliche Themen hat. Dann kannst du nämlich Reittraining und Futter etc. genau darauf abstimmen und bist auch darauf vorbereitet, sollte es tatsächlich einmal etwas geben.

2) Der Kaufvertrag

Wichtig ist dass du einen rechtlich korrekten Kaufvertrag mit dem Besitzer deines zukünftigen Pferdes abschließt. Im Internet findet man ganz gute Vorlagen dafür. Der Kaufvertrag sollte auf jeden Fall die Kaufpreissumme beinhalten und den konkreten Kaufgegenstand (dein zukünftiges Pferd) Er regelt auch dass im Falle von verschwiegenen gesundheitlichen Schäden das Pferd zurückgegeben werden kann. Vergiss bitte nicht alle mündlichen Absprachen mit dem alten Besitzer auch in den Kaufvertrag hineinzuschreiben. Wenn du Pech hast, erinnert sich der Verkäufer an seine Zusagen nicht mehr.

3) Pferdehaftpflichtversicherung

Leider wird das noch immer oft vergessen, aber es ist wirklich wichtig dass du für dein Pferd eine gute und umfangreichende Versicherung abschließt. Diese deckt Sach- und Personenschäden ab, welche dein Pferd verursachen kann. Und glaub mir, Pferde stellen sich manchmal schon wahnsinnig an und Schwupps ist der neue Weidezaun im A. Da bist du dann froh wenn du eine Versicherung hast.

Wie bei allen anderen Versicherungen auch gilt hier dass du dich gut informierst und die unterschiedlichen Anbieter miteinander vergleichst.

Folgende Punkte für dich zu beachten:

– Höhe der Selbstbeteiligung bei Schäden

– Mindestvertragslaufzeit & Sonderkündigungsrecht

– Mitversicherung von fremden Reitern (zb Reitbeteiligung oder Freunde)

4) Pferdepass / Equidenpass

Mein erstes Pferd hatte schon einen Pferdepass und eine Turnierregistierungsnummer. Ich musste nur noch den Pass beim österreichischen Pferdesportverband einreichen und mich als neue Besitzerin bekannt geben.

Wenn noch kein Pferdepass vorhanden ist dann kannst du bei dem Verband einen beantragen. Dazu füllst du ein Formular mit allen relevanten Daten aus.

 

Soviel erst mal zum bürokratischen Teil, in meinem nächsten Blogbeitrag könnt ihr lesen worauf ihr in den ersten Tagen achten solltet und natürlich auch was zur Pferdeerstausstattung gehört 🙂

 

 

 

 

 

By |2017-08-25T11:48:19+02:00Oktober 7th, 2015|Reiten|4 Comments

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4 Comments

  1. helga 31 Jan at 12:31

    Mein Freund ist im Pferdesport tätig und die Tipps wären ja für ihn bestimmt interessant. Wie sieht eigentlich ein Pferdekaufvertrag aus? Vielleicht könnte ein Muster beigelegt werden. Im Voraus unser Dankeschön!

  2. Lily Mayer 04 Feb at 10:20

    Liebe Helga,

    vielen Dank für deinen Input. Ich werde den Artikel um einen Musterkaufvertrag ergänzen 🙂

  3. Neeltje Forkenbrock 20 Feb at 9:55

    Das sind wirklich ein paar nützliche Erläuterungen für jemanden, der das erste Mal ein Pferd kaufen möchte. Ich habe mal gehört, dass auch mündlichen Kaufverträge ihre Gültigkeit haben. Am Ende steht leider Aussage gegen Aussage, also wäre es gut, wenn man noch einen Zeugen zugegen hat. Dann gelten auch absprachen, die man nicht im Vertrag stehen hat rechtlich.

  4. Lily Mayer 25 Feb at 14:30

    Liebe Neeltje,

    Danke sehr für deinen Kommentar! Ich gebe dir recht, auch mündliche Kaufverträge haben Ihre Gültigkeit. Aber ich sehe es wie du- besser ist es wenn man dann auch Zeugen aufweisen kann. Vor allem dann, wenn es Schwierigkeiten nach dem Kauf gibt und eine Rückabwicklung angestrebt wird.

    Liebe Grüße,

    Lily

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