Im ersten Teil der Suche nach dem richtigen Stall  habe ich euch die verschiedenen Haltungsformen und Fütterungsmöglichkeiten beschrieben, um euch einen guten Überblick zu geben. In diesem Blogbeitrag erfahrt ihr mehr über die verschiedenen Ausstattungsmöglichkeiten die von Ställen angeboten werden. Nachdem ihr euch Gedanken gemacht habt was euch für euer Pferd am Wichtigsten ist, könnt ihr nun beginnen darüber nachzudenken welche Ausstattung euch wichtig ist. Reicht euch ein Reitplatz oder wäre euch eine Reithalle zum trainieren lieber? Darüber hinaus gibt es noch weitere etliche Dinge die wichtig für euch sein könnten.

Prinzipiell stellt sich für dich nach Haltung und Futter die Frage:  Was willst du mit deinem Pferd machen? Hast du bestimmte Ziele, die du erreichen möchtest, wie intensiv wird euer Training sein? Liebst du lange Ausritte?

1. Der Reitplatz

Beginnen wir gleich einmal mit dem Reitplatz. Die meisten Ställe werden dir einen Reitplatz anbieten fürs Training mit dem Pferd anbieten, doch Reitplatz ist nicht gleich Reitplatz. Auf folgende Punkte solltest du achten:

Der Boden eines Reitplatzes ist das Um und Auf- wie bei einem Läufer eigentlich auch. Je nach Bodenbeschaffenheit geht das Training auf die Gelenke und das Gleiche passiert auch beim Pferd. Ist der Boden zu weich und zu tief dann wird das Pferd früher oder später Probleme mit den Sehnen bekommen. Bedenke auch dass ein Reitplatz unter freiem Himmel liegt und daher jedem Wetter ausgesetzt ist. Wenn der Reitplatz nicht ordentlich bzw. gar nicht drainagiert wird der Reitplatz nach einem ordentlichen Regen länger nicht bereitbar sein bwz. voller tiefer Pfützen sein. Nicht besonders lustig wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Was die Bodenbeschaffenheit betrifft kannst du ruhig beim Reitstallbesitzer nachfragen und dir natürlich auch selbst ein Bild machen.

Auf die Beleuchtung wird schnell einmal vergessen da es im Sommer eh immer lange hell bleibt, aber bedenke du wirst auch im Winter dein Pferd bewegen müssen und im Winter ist es zumeist um 16:00 schon dunkel. Daher ist es sinnvoll darauf zu schauen dass der Reitplatz über eine Beleuchtung verfügt. Auch da kannst du beim Stallbesitzer nachfragen.

2. Die Reithalle

Für uns Reiter ist eine Reithalle schon ziemlicher Luxus, gibt sie uns bei jedem Wetter die Möglichkeit zu trainieren und das Pferd zu bewegen. Vor allem im Winter wenn es draußen richtig grausig kalt und vereist ist, ist eine Halle wirklich Gold wert!

Aber auch hier gilt es ein paar Punkte zu beachten:

Wichtig ist auch hier dass der Boden schön eben ist und nicht zu tief. Der Reitboden sollte auch gut gepflegt sein, d.h. nicht zu staubig und auch der Pferdemist sollte immer sofort entfernt werden. Wenn die Halle über keine Beleuchtung bzw. über nur sehr schlechtes Licht verfügt ist das leider auch nicht besonders spaßig um zu trainieren.

Eine Reithallenbande hat die wichtige Aufgabe Pferd und Reiter vor Verletzungen schützen, daher achte besonders darauf ob diese auch gut erhalten ist, bzw. aus welchem Material die Bande besteht. Ist sie aus Holz und wird nicht gut gepflegt kann es durchaus passieren dass sich das Pferd oder man selbst einen Splitter einzieht wenn man an der Bande streift. Außerdem sollte sie auch eine gute Schräge haben, damit deine Beine beim Reiten nicht gequetscht werden können. Auf solche Dinge vergisst man an sich ganz gerne, aber wenn das Pferd einmal in der Halle durchgeht kann das schon ziemlich gefährlich werden.

In einer guten Reithalle sollten auch Spiegel an der langen und kurzen Seite vorhanden sein. Die sind absolut großartig um deinen Sitz regelmäßig zu überprüfen und auch zu schauen ob das Pferd in der korrekten Stellung geht.

Erkundige dich wie es mit der Anzahl der Reiter in der Halle aussieht. Manche Ställe bieten zB. Schulunterricht in ein und derselben Reithalle an, die auch für die Einsteller gedacht ist und da kann es dann häufig zu einer ziemlich vollen Halle kommen. In den meisten Ställen gibt es aber daher auch Belegungspläne die man sich ansehen kann und in denen man auch die Zeiten einträgt in denen man reiten möchte.

Klarerweise wird es vor allem im Winter bzw. bei Schlechtwetter dazu kommen dass in der Reithalle mehr los ist, vor allem zu Stoßzeiten wie zB. am Abend.

3. Roundpen

Ein eigener Platz zum Longieren ist generell eine gute Sache, denn es tut deinem Pferd gut,  wenn es ab und zu vom Boden aus gymnastiziert wird. Vor allem aber ist ein eigener Longierplatz eine tolle Ausweichmöglichkeit, da in vielen Ställen das Longieren in der Reithalle bzw. am Reitplatz untersagt ist wenn andere Reiter den Platz betreten.

4. Longierzirkel/Longierhalle

Beim Longierzirkel bzw. dem Roundpen achtest du zuerst auf den Durchmesser des Zirkels. Ein Durchmesser von mindestens 20 Metern ist auf jeden Fall gut! Weiters achtest du wie bei der Reithalle und dem Reitplatz wieder auf die Bodenbeschaffenheit und die Beleuchtung. Außerdem wäre es gut wenn der Longierzirkel bzw. das Roundpen hoch genug umzäunt ist. Damit kommt dein Pferd nicht auf die Idee bei der Freiarbeit über den Zaun zu springen und davonzulaufen. Alles schon passiert 😉 Manche Ställe bieten dir sogar den Luxus einer überdachten Longierhalle. Die Vorteile dieser muss ich hier nicht extra erwähnen!

5. Führanlage bzw. Schrittmaschine

Mittlerweile bieten einige Ställe den Einstellern den Luxus einer Führanlage. Diese hat natürlich den Vorteil dem Pferd eine zusätzliche Möglichkeit zu mehr Bewegung zu bieten. Ein weiterer Vorteil ist dass diese Bewegung kontrolliert abläuft, d.h. in einer bestimmten Geschwindigkeit, eine bestimmte Zeit lang. Das ist vor allem wichtig für Pferde die krank sind und nur im Schritt bewegt werden dürfen. Vor allem auch für das Aufwärmen vor der eigentlichen Arbeit bzw. das langsame Abschwitzen nach dem Training ist die Führanlage sehr hilfreich.  Klarerweise stellt die Führanlage keinerlei Ersatz für die Weide und für das Training dar.

6. Ausreitgelände

Zu guter Letzt, das Ausreitgelände! Für viele Reiter überhaupt das Wichtigste und auch oft ein entscheidendes Kriterium für oder gegen einen Stall. Am Besten ist es wenn du dich beim Stallbesitzer erkundigst. Außerdem erkundige dich auch ob du eine Reitplakette benötigst. In jedem Gebiet wird das unterschiedlich behandelt.

Erkundige dich:

– Wie groß ist das Ausreitnetz

– Führt das Gebiet an einer stark befahrenen Straße entlang, bzw. sind häufig Straßen bzw. Eisenbahnschienen zu queren

– Wie sind die Wege beschaffen

– Gibt es unterschiedliche Rundreitwege

– Wer benutzt die Reitwege hauptsächlich (Radfahrer, Spaziergänger, Jogger & sonstige Sportler)

Ich rate dir natürlich auch die Gegend selbst ein wenig kennenzulernen, vor allem wenn du den Stall in die enge Auswahl ziehst. Geh spazieren, unterhalte dich mit anderen Einstellern um einen richtigen Eindruck zu bekommen.

FAZIT:

Du siehst, es gibt einige Ausstattungsmöglichkeiten bei einem Stall und das macht die Entscheidung bei der Stallsuche sicher nicht einfach. Grundsätzlich solltest du also zuerst einmal darauf achten dass die Bedürfnisse deines Pferdes optimal gestillt werden. In weiterer Folge kannst du dann überlegen was du in einem Stall an Ausstattung benötigst, worauf willst du gar nicht verzichten, wo kannst du einen Kompromiss machen, und so wirst du dich deinem optimalen Stall annähern!

Vergiss dabei halt bitte nicht: je mehr Ausstattung der Stall- desto teurer wird die Einstellgebühr! Und: Teuer ist nicht immer das Beste für das Pferd! Viel Glück bei der Stallsuche 🙂

Worauf legt ihr bei der Stallsuche wert? Was muss für euch ein Stall haben damit ihr ihn für euer Pferd in Erwägung zieht?