Wie passen ein Schutzvertrag und eine Vermisstenanzeige zusammen? Man wundert sich immer wieder was alles so vermisst wird. In letzter Zeit immer häufiger Pferde. Da frage ich mich dann, wie kommt’s? Pferde sind ja jetzt nicht so mini und können schnell verloren gehen, oder etwa doch?

In diversen Pferdeforen, Facebookgruppen und Co. liest man vermehrt Inserate, in denen Mädls ihre Pferde suchen. Liest man den Text dann genauer, kommt man schnell drauf, eigentlich ist es ja gar nicht mehr ihr Pferd. Sie haben es ja verkauft oder verschenkt, wieso wollen sie es dann wieder? Schlechtes Gewissen? Sorge ums Karma?

Meistens liest man dann auch so Sachen, Pferd gegen Schutzvertrag verschenkt, weil man es sich nicht mehr leisten kann, das Pferd ja nicht mehr reitbar und krank ist usw. Wenn man ein bisschen Hausverstand hat, kann man sich ja denken wer alte und kranke Pferde kauft, sammelt, sich schenken lässt. Nein, ich verallgemeinere nicht, natürlich gibt es auch Nette, die sich ohne schlechte Gedanken annehmen. Oft kommt dann von den Leuten die Sudderei, eine bösartige Person hat ihr Pferd unter falschen Umständen gekauft, mitgenommen, however und dann verschleppt. Nun ist es nicht mehr auffindbar. Das Geschrei ist groß, keiner weiß was tun, eines ist aber klar- die Person, die nun das Pferd hat, gehört gelyncht, eingesperrt oder ähnliches. Ich finde diese Diskussionen zwar immer recht amüsant,dennoch finde ich es immer wieder schade, wenn Pferde in schlechte Hände geraten. Meist einfach, weil die verkaufende/verschenkende Person unter finanziellem Druck steht.

Deshalb habe ich mir überlegt, sehen wir uns doch mal den Schutzvertrag genauer an. Was bringt er und wie muss er aussehen um das Pferd tatsächlich zu schützen.

Schutzvertrag

Mysterium Schutzvertrag und was dieser bedeutet. Schutzvertrag ist nicht gleich Schutzvertrag. Damit dieser seine Wirkung entfalten kann, muss man auf gewisse Punkte achten.

  • Was liegt das pickt – ein schriftlicher Vertrag: wie beim Wohnungskauf, Autokauf etc. sollte auch der Pferdeverkauf/Schenkung schriftlich festgehalten wird. Im Streitfall ist es auch für das Gericht einfacher den Willen der Parteien festzustellen.
  • Präambel:  in dieser kann festgehalten werden dass das Pferd seinen Lebensabend auf bestimmte Art und Weise verbringen soll. Im Streitfall wird das Gericht den Vertrag auch in diesem Sinne auslegen.
  • Eigentum oder Besitzübertragung: Wird Eigentum übertragen, so kann der neue Eigentümer an sich mit dem Pferd verfahren wie er will. Er haftet auch entsprechend für das Pferd. Will der alte Eigentümer das Beste für das Pferd, so muss er den Vertrag auch entsprechend aufsetzen.
  • Vorkaufs- Wiederkaufsrecht: diese beiden Rechte sichern dem ehemaligen Eigentümer zumindest ein wenig gegen eine unberechtigte Weitergabe des Pferdes ab.
  • Informations- Mitteilungspflichten, Besuchsrecht, Tierarztkosten und Co. gehören in einem Vertrag ebenso geregelt. Es muss klar sein, wer die Tierarztkosten übernimmt, wer über eine Euthanasie zu entscheiden hat, ob es ein Besuchsrecht gibt, ob der ehemalige Eigentümer über einen etwaigen Umzug oder über Verletzungen informiert wird.
  • Vertragsstrafen: damit sich beide Vertragsparteien an die getroffenen Vereinbarungen halten, können Vertragsstrafen festgelegt werden.

Wenn ein Schutzvertrag derart gestaltet ist, dient er auch eher zur Abschreckung von „Kriminellen“, die möglicherweise kein Interesse daran haben einem Pferd sein Gnadenbrot zu gewähren, sondern nur an schnellem Profit durch raschem Weiterverkauf interessiert sind. Diese werden so einen Vertrag möglicherweise erst gar nicht unterschreiben und so gelangt das Pferd erst gar nicht in fragwürdige Hände.

 

Hofft nun weniger Vermisstenanzeigen zu lesen ;)…