Stallsuche- darauf solltest du achten

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Stallsuche- darauf solltest du achten

Die Stallsuche ist oft wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Bevor du dir ein Pferd kaufst solltest du dir überlegen wo du es denn unterbringen möchtest. Auch Pferde wohnen gerne schön.

In meinen Blogbeitrag möchte ich euch verschiedene Haltungsformen zeigen und Tipps geben worauf ihr bei der Stallsuche Acht geben solltet.

Der richtige Stall

Für Pferde gibt es viele verschiedene Möglichkeiten der Haltungsform. Du kannst zwischen Boxenhaltung und einer freien Haltung wählen.

Boxenhaltung

Bei der Boxenhaltung wird das Pferd hauptsächlich in einer Box gehalten und kommt je nach Stall für ein paar Stunden raus auf die Koppel und/oder ein Paddock. Wenn das Pferd in einer Box gehalten werden soll dann solltest du auf jeden Fall darauf schauen dass es dafür untertags raus kommt auf die Koppel wo es sich bewegen kann. Ein Pferd das nur zum Training rauskommt, ist ein unglückliches Pferd. So sieht keine artgerechte Haltung aus und das sollte man wirklich keinem Pferd antun!

Je nach Stall werden Innen- und oder Aussenboxen bzw. Paddockboxen angeboten. Prinzipiell können die Boxengrößen variieren, die gesetzliche Mindestgröße beträgt jedoch 3×3 Meter. Im Gegensatz zu einer Innenbox verfügt eine Außenbox über ein Fenster bzw. eine Tür die nach draußen gerichtet ist. Dadurch bekommt dein Pferd mehr Tageslicht und frische Luft und hat auch die Möglichkeit das Geschehen draußen beobachten zu können. Eine Paddockbox bietet deinem Pferd die Möglichkeit nach draußen auf ein kleines Paddock zu gehen. Durch das Paddock wird die Koppel allerdings nicht ersetzt, da es meistens eher ein recht kleiner Auslauf ist.

Haltung im Offenstall

Ein Offenstall ist ein Stall in dem mehrere Pferde gemeinsam im Herdenverband leben. Sie haben die Möglichkeit jederzeit auf ein großes Paddock od. eine Koppel zu gehen. Der Stall an sich ist unterteilt in eine Zone in der die Pferde Futter bekommen und in eine Liegefläche wo sie sich ausruhen können. Ein Offenstall kommt einer pferdegerechten Haltung im Grunde genommen am Nähersten. Trotzdem ist diese Art der Haltung nicht für jedes Pferd die optimale Lösung. Dazu berichte ich aber in einem der nächsten Beiträge.

Freie Haltung

Hier kann man wählen zwischen einer reinen Weidehaltung oder einem Laufstall. Der Laufstall ist dem Offenstall recht ähnlich, allerdings zieht sich das Konzept auf der kompletten Anlage durch. Der Stall ist so konzipiert dass er dein Pferd zur Bewegung animiert. Bei einem Laufstall kann das Pferd jederzeit selbst entscheiden, wo es sein möchte, es gibt riesige Weideflächen, eingestreute Liegeflächen, Fressplätze und Paddocks- alles frei zugänglich fürs Pferd.

Bei der Weidehaltung ist dein Pferd durchgehend auf der Koppel, bei Tag und Nacht. Hier ist es wichtig dass dein Pferd Zugang zu einer Wassertränke hat und dass es im Sommer auch genügend Schattenplätze gibt. Je nach dem wie das Gras beschaffen ist, also nährstoffreich od. nährstoffarm muss man schauen ob man Heu zugefüttert werden muss oder nicht.

Einstreu

In den meisten Ställen wird Stroh als Einstreu verwendet aber es gibt dazu noch eine gute Alternative nämlich Späne. Beide saugen die Feuchtigkeit sehr gut auf und sorgen dafür das dein Pferd weich liegt. Unbedingt wichtig ist auf die Qualität der Einstreu zu schauen. Wenn das Stroh nasse Stellen aufweist bzw. sogar schimmelt dann solltest du dagegen etwas unternehmen. Pferde knabbern nämlich recht gerne am Stroh und daher ist es wirklich wichtig dass kein Schimmel daran kommt. Späne streut man dann ein wenn das Pferd Probleme mit den Atemwegen hat, vielleicht auch eine Stauballergie hat.

Du solltest auch darauf schauen dass die Unterkunft deines Pferdes ordentlich ausgemistet ist und das Pferd nicht in der nassen Einstreu steht. In den meisten Ställen werden täglich die Pferdeäpfel und die nassen Stellen entfernt und neues Stroh darüber gestreut. Einmal pro Woche wird dann komplett entleert und neu eingestreut. Am Besten ist wenn du bei dem Stallbesitzer nachfragst wie es gehandhabt wird.

Auslauf

Wenn du dich entscheiden solltest dass das Pferd am Besten in einer Box untergebracht wird dann musst du auf jeden Fall darauf achten dass es dafür genügend Auslauf bekommt. Je mehr umso besser! In jedem Stall sind die Koppelzeiten unterschiedlich, daher musst du auf jeden Fall genau nachfragen. Einen Stall der dem Pferd nur Vormittags Koppelgang anbietet solltest du eher ausschließen, du darfst nicht vergessen dass das Pferd dann den Rest des Tages in der Box verbringen muss.

Das ist langweilig und kann auch zu Verhaltensstörungen beim Pferd führen. Erkundige dich auch wie es mit Koppelgang bei Schlechtwetter bzw. im Winter aussieht. Auch wenn wir Menschen bei schlechten Wetter nicht gerne draußen sind, Pferde lassen sich dadurch nicht stören und wollen trotzdem raus. In den meisten Ställen gibt es extra für Schlechtwetter eigene Koppeln bzw. Paddocks.

Lass dir die Koppeln auch vom Stallbesitzer genau zeigen. Du solltest vor allem auf die Größe der Koppeln achten, ob genug Schattenplätze und Wassertränken vorhanden sind. Als nächstes siehst du dir den Boden an, vor allem bei den Schlechtwetterkoppeln ist es wichtig dass der Boden nicht zu matschig und zu tief ist. Ein schlechter Boden kann nämlich recht schnell zu Verletzungen bzw. auch zu Krankheiten führen. Als letzten Punkt besprichst du mit dem Stallbesitzer wie viele Pferde zusammen nach draußen kommen. Pferde sind Herdentiere und brauchen den Sozialkontakt, daher wäre es nicht sinnvoll wenn dein Pferd alleine auf der Koppel steht.

Futter

Jedes Pferd ist ein individueller Futterverwerter. Ähnlich wie beim Menschen gibt es Pferde die sehr leichtfuttrig sind (also schnell zunehmen) und jene bei denen man gut aufpassen muss damit sie nicht abnehmen. Wenn du dir ein Pferd kaufst kannst du dich beim alten Besitzer auch erkundigen wie das Pferd bisher gefüttert wurde. Außerdem macht  es natürlich auch Sinn das Futter auf das Training anzupassen. Die Mischung macht es auch aus. Je nach dem welche Bedürfnisse dein Pferd hat, sollte mehr Raufutter (Heu oder Silage) oder mehr Kraftfutter (Hafer, Pellets, Müsli) gefüttert werden.

Bevor du in einen neuen Stall ziehst solltest du dich beim Stallbesitzer erkundigen was genau und vor allem wie oft gefüttert wird. In den meisten Ställen wird 2-3 x täglich eine bestimmte Menge an Raufutter gegeben und eine an das Pferd angepasste Menge an Kraftfutter. Für dich wichtig ist auch dass das Heu eine gute Qualität hat. Wenn es staubig oder muffig riecht dann würde ich den Stallbesitzer unbedingt darauf ansprechen und gegebenenfalls in einen anderen Stall ziehen.

Last but not least: der Selbstversorger

Du kannst dir natürlich auch überlegen ob du genug Zeit und Lust zur Verfügung hast und die Stallarbeiten für dein Pferd selbst übernimmst. Es gibt Ställe die einem Reiter die Infrastruktur und die Unterkunft für das Pferd zur Verfügung stellen aber um Fütterung und Ausmisten, Koppel bringen etc. musst du dich selbst kümmern. Prinzipiell sind diese Ställe deutlich günstiger im Vergleich zu einem All-Inclusive-Stall. Dennoch ist der Arbeitsaufwand nicht zu unterschätzen.

Du siehst also es gibt recht viele Möglichkeiten ein Pferd unterzubringen und die Entscheidung für einen Stall wird einem nicht leicht gemacht. Nicht vergessen, den Einstellvertrag genau durchlesen und alle Sonderwünsche die mit dem Stallbesitzer besprochen wurden immer schriftlich festhalten!

In Teil 2 geht es dann um die Infrastruktur im Stall und auf welche Besonderheiten du Acht geben solltest.

 

 

By |2016-06-15T11:20:28+02:00Oktober 8th, 2015|Reiten|0 Comments

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